Integration von Kindern aus Flüchtlingsfamilien in der Johannes-Schule in Königsdorf (27.6.2017)

Auf Initiative der Schulpflegschaft der Johannes-Schule in Königsdorf trafen sich am 27.6.17 Vertreter der Schule, der Schulpflegschaft, der Offenen Ganztagsschule (OGS), interessierte Eltern sowie ehrenamtliche Mitarbeiter der ökumenischen Nachbarschafthilfe miteinander-füreinander. Thema des Abends war die Situation von Kindern aus Flüchtlingsfamilien und die Frage, wie die Integration dieser Kinder und Ihrer Familien weiter gefördert werden kann.

Frau Zeibig, ehrenamtliche Koordinatorin der Sprachkurse, die von miteinander-füreinander angeboten werden, moderierte das Gespräch.

Frau Jungbluth, Mitarbeiterin in der OGS und bei miteinander-füreinander,  stellte die Situation der Flüchtlingsfamilien dar, die mittlerweile in Königsdorf eine Wohnung bezogen haben. Es sind insgesamt 6 Familien mit 21 Kindern, davon 12 schulpflichtigen Kindern. Die Familien leiden besonders darunter, dass ihr Aufenthaltsstatus unsicher ist. Die Kinder übernehmen in den Familien schon Verantwortung, da ihre Sprachkenntnisse oft besser sind als die der Erwachsenen. Diese Familien werden von ehrenamtlichen Familienbegleitern von miteinander-füreinander betreut

Frau Lichtenberg, Rektorin der  Johannes-Schule, berichtete, dass die Kinder in der Schule sehr gut integriert seien und mehrheitlich gute Lernfortschritte machen. Zusätzlich zum Unterricht erhalten die Kinder individuelle Förderung durch Lehrkräfte sowie durch Ehrenamtler von miteinander-füreinander. Schwierigkeiten bereitet die Kommunikation mit dem Elternhaus; dies liegt besonders an Sprachschwierigkeiten sowie kulturellen Unterschieden, da vieles, was in der Schule angeboten wird, für die neuen Nachbarn bisher unbekannt war. Unterstützt wird die Arbeit in der Schule seit 2 Monaten durch einen Schulsozialarbeiter, der 10 Stunden pro Woche zur Verfügung steht.

Seitens der ökumenischen Nachbarschaftshilfe miteinander-füreinander arbeiten 15 ehrenamtliche Mitarbeiter in der OGS. Dabei steht die individuelle Förderung von Schülern, die sich nicht auf Kinder aus Flüchtlingsfamilien beschränkt,  sowie die Aufgabenhilfe im Vordergrund. Zudem wird noch eine Holz-AG für gemeinsames kreatives Arbeiten angeboten. Insgesamt ist festzustellen, dass die Integration in der Schule und in der OGS gut funktioniert, wo neben dem Lernen auch die anderen Aktivitäten, wie gemeinsames Essen und Spielen eine besondere Rolle haben.

Frau Blum, ehrenamtliche Mitarbeiterin von miteinander-füreinander, stellte die Sprachkurse für Frauen vor, die von miteinander-füreinander angeboten werden. In kleinen Gruppen mit bis zu 6 Frauen trifft man sich zur Sprachförderung mit Frauen aus Flüchtlingsfamilien und deren Kindern. Dabei steht die Sprachförderung für den Alltag im Vordergrund. In diesem Rahmen werden natürlich auch Themen des Alltags besprochen, was auch zur Integration beiträgt. Zusätzlich werden durch gemeinsame Unternehmungen (z.B. Ausflüge) das gegenseitige Kennenlernen und das Verständnis füreinander gefördert.

Aus dem Kreis der Eltern wurde berichtet, dass das gemeinsame Spielen Ihrer Kinder außerhalb von Schule und OGS  mit Kindern aus den Flüchtlingsfamilien in Einzelfällen funktioniert, insgesamt aber oft doch schwierig zu organisieren ist. Dies liegt besonders an den Sprach- und Kommunikationsproblemen.

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Integration der Kinder aus den Flüchtlingsfamilien in Königsdorf auf einem guten Weg ist, dass es aber unbedingt erforderlich ist, weitere Anstrengungen zur besseren Integration der Erwachsene zu machen.

Dafür gab es einige Anregungen aus dem Kreis der Gesprächsteilnehmer:

  • Weitere Ergänzungen zu Erklärungen von schulischen Aktivitäten und Begriffenen in einer Broschüre, die von der Johannes-Schule bereits herausgegeben wird.
  • Bessere Einbindung der Flüchtlingsfamilien bei Schulveranstaltungen durch die Schulpflegschaft, z.B. bei Schulfesten.
  • Angebot eines gemeinsamen Kochens; hierzu könnte die Küche des JuMa zur Verfügung stehen
  • Angebot einer Schulführung bzw. der Hospitation in der Schule, um zu zeigen, was in der Schule passiert.
  • Verabredung mit Flüchtlingsfamilien und ihren Kindern zum JuMa-Cafe. Das JuMa Cafe wird von miteinander-füreinander einmal im Monat sonntags von 15-18 Uhr im JugendMagnet JuMa neben der Sebastianus-Kirche an der Aachener Straße angeboten . Dies ist ein Ort der Begegnung, um bei selbstgebackenem Kuchen ins Gespräch zu kommen. Nächste Termine: 16.7., 10.9., 8.10..

Den Austausch von Erfahrungen und Ideen empfanden alle Teilnehmer als wichtig und anregend und sie votierten deshalb für eine jährliche Fortführung solch einer Veranstaltung, um im Gespräch zu bleiben und gemeinsam weitere Schritte zu überlegen

Dieter Schönhofen, 28.6.2017